Schützen aus Korschenbroich waren zu Gast in Gleißenberg

Der Jägerzug "Wilddieb" vom Schützen- und Heimatverein Glehn (Korschenbroich) veranstaltete einen Vereinsausflug nach Gleißenberg, um ihren Schützenbruder Jochen Schiffer zu besuchen, der seit ca. 1 1/2 Jahren in Gleißenberg wohnt. Aufgrund seiner gesundheitlichen Situation war er gezwungen sich klimatisch zu verändern. Und so zog es ihn, zusammen mit seiner Frau, auf Anratens seines Arztes in den Bayerischen Wald. Natürlich ist er noch immer sehr verbunden mit seiner Heimat und ganz besonders mit seinem Jägerzug "Wilddieb" seines Schützenvereins. Im Rahmen dieses Vereinsausfluges ermittelten die Mitglieder des Schützenzuges ihren Zugkönig, die beste Schützin und den besten Schützen. Hierzu waren sie zu Gast im Schützenheim des Schützenvereins 1911 Gleißenberg e.V. Schützenmeister Günther Heitzer, 1911 Gleißenberg, begrüßte die Gäste aus dem Rheinland und wünschte einen reibungslosen Verlauf ihres Wettkampfes. Zuerst begannen die Schützen mit dem Königsschießen. Bereits relativ schnell fielen die Flügel des Vogels und manch einer rechnete schon mit einem schnellen Schießausgang. Doch als das Fallen von Kopf und Schwanz auf sich warten ließ und auch der Rest des Vogels nicht fallen wollte, entwickelte sich der Wettkampfes zu einem überaus spannenden Geschehen. Sehr lange war nur noch ein kleiner Rest des Vogels abzuschießen. Immer und immer wieder wurde ein kleiner Teil des Körpers abgesprengt, als endlich mit dem 151. Schuß der erlösende Königsschuß gesetzt wurde. Zugkönig wurde Ralf Hilliges, der damit zum ersten Mal den Titel des Zugkönigs erringen konnte. Die Freude war groß und der neue Zugkönig wurde von seinen Schützenbrüdern und Schützenschwestern herzlich beglückwünscht. Nun begann man mit dem Ermitteln der besten Schützin und des besten Schützen. Auch dieser Wettbewerb war hart umkämpft und äußerst spannend. Nachdem auch dieser Wettbewerb seine Sieger hatte, folgte die Siegerehrung mit Übergabe der Ehrengaben und einer abschließenden Brotzeit. Beste Schützin wurde Margarete Nilgen und bester Schütze wurde Heinz WolfarthInfos zum Schützenwesen im Rheinland:Die Schützenvereine im Rheinland haben ihre Wurzeln in der Landesverteidigung und sind aus diesem Grund leicht militärisch strukturiert. So besteht ein Schützenverein in der Regel aus einem oder mehreren Corps, mit verschiedenen Zügen (z.B. Schützenzug, Jägerzug, Artilleriezug, Grenadierzug, usw.) und meistens treten die Mitschüler aus einer Jahrgangsstufe nach Ende der Schulzeit geschlossen in einem neugegründeten Zug einem Schützenverein bei. Allein in der Stadt Korschenbroich (mit ca. 32.000 Einwohnern) gibt es ca 8 Schützenvereine. Wobei der größte mit ca. 1.000 Mitgliedern in der Ortschaft Glehn zu finden ist. Ein besonderes Highlight bilden dabei immer die Schützenfeste, welche in der Regel 5 Tage dauern und den Höhepunkt in den jeweiligen Ortschaften bilden.

   Beim Ermitteln des Zugkönigs oder auch des Schützenkönigs wird auf einen Vogel geschossen. Dieser Vogel besteht zumeist aus Holz mit Kopf, Schwanz, Flügeln und einem Rumpf. Bei Abschießen des Kopfes, des Schwanzes und der beiden Flügel erhalten die erfolgreichen Schützen einen Pfänderorden (mit dem jeweiligen Symbol). Wenn der letzte Teil des Rumpfes fällt, ist der König ermittelt und dieser Schütze erhält dann die Königskette.


Schießen auf den Vogel zum Ermitteln des Zugkönigs


Vogel, zum Ermitteln des Zugkönigs


Jägerzug "Wilddieb" im Schützenheim des Schützenvereins 1911 Gleißenberg


Übergabe der Zugschützenkönigskette des ehemaligen Zugkönigs an den Zugführer


Erfolgreiche Schützen, von links Bester Schütze Heinz Wolfarth, beste Schützin Margarte Nilgen und Zugkönig Ralf Hilliges