Deutsche Meisterschaft 2016

Ein Tag bei den Deutschen Meisterschaften im Schießen in
München-Hochbrück

Wie jedes Jahr werden auf der Olympiaschießanlage in München-Hochbrück der Großteil der Deutschen Meisterschaften im Schießen ausgetragen. In diesem Jahr konnten der Nachwuchsschütze Andreas Mayer und Kuno Eckhardt die Norm der Qualifizierung für die Deutschen Meisterschaften erfüllen. Während Andreas Mayer seinen Start in München hatte, wird Kuno Eckhardt erst Mitte Oktober in Hannover an den Start gehen. So machte sich eine Abordnung der Gleißenberger Schützen zuletzt auf den Weg nach München. Andreas Mayer für seinen Start in der Disziplin Mehrschüssige Luftpistole, die Trainer Martina Eckhardt, Kuno Eckhardt sowie Günther Heitzer, Gabi Mayer (Mutter von Andreas), der Nachwuchsschütze Andreas Lehneis (als Zuschauer), mit den beiden Luftpistolenschützen Michael Berg und Andreas Köppel, welche sich für die Endrunde des Shooty Cups qualifiziert hatten. Obwohl der Start erst um 11.30 Uhr auf dem Programm stand, hatte sich der Tross bereits am frühen Morgen auf den Weg gemacht. Denn bevor es überhaupt an den Start ging, musste ja die zweistündige Anreise absolviert, Anmeldung, Waffen- und Ausrüstungskontrolle erledigt werden und eine halbe Stunde zuvor musste sich der Schütze am Stand befinden. Um jedoch einen guten Start zu haben, ist es immer sinnvoll zuvor schon mal die Örtlichkeit zu erkunden, damit sich der Teilnehmer mit der Situation auseinander setzen kann. So wurden die verschiedenen Wettkampfstätten kurz inspiziert, die Herstellerbuden durchschritten und das Zelt des Oberpfälzer Schützenbundes aufgesucht. Dieses Zelt dient in der ganzen Zeit der Deutschen Meisterschaften als zentrale Anlaufstelle von Wettkampfteilnehmern, Betreuern, Trainern, Funktionären und natürlich auch als Verpflegungsstätte. Nach einer kurzen Stärkung im OSB Zelt wurde die Luftdruckhalle aufgesucht, die allein schon durch ihre Größe, der riesigen Leinwand mit den erzielten Ergebnissen der Teilnehmer und natürlich auch durch die vielen Zuschauer beeindruckte. Beim Eintreffen lief unter anderem gerade auch ein Durchgang der Disziplin Mehrschüssige Luftpistole in der Schülerklasse. Und so konnten durch Andreas Mayer schon erste Eindrücke vom Ablauf dieser Disziplin gewonnen werden. Wie gewaltig dies alles auf einen Nachwuchsschützen wirken muss, wird erst dann verständlich, wenn man es näher durchleuchtet. So finden Wettkämpfe in dieser Disziplin im Verein mit einer Anlage, bei den Landesmeisterschaften mit drei Anlagen und bei den Deutschen Meisterschaften in drei Gruppen mit jeweils 6 Anlagen statt. Dass dies natürlich einen gewaltigen Unterschied darstellt und man von dieser Tatsache fast erschlagen wird ist kein Wunder. Zusätzlich kommt noch die Aufregung der eigenen Teilnahme bei so einer Meisterschaft hinzu. Man will selbstverständlich eine gute Leistung bringen und sich bestmöglich verkaufen.

Nun war es soweit. Der vorherige Wettkampf war zu Ende, die Plätze geräumt und die Teilnehmer des anstehenden Durchganges wurden aufgerufen ihre Plätze einzunehmen. Jeder Teilnehmer nahm seinen Platz ein, bereitete sich vor, legte seine Ausrüstung zurecht und die Wettkampfaufsichten überprüften den Startzettel, Startkarte auf dem Rücken und verglichen dies anhand des vorgezeigten Personalausweises. Nachdem dies alles erledigt war, erfolgte die Begrüßung sowie eine kurze Einweisung und die Schützen bereiteten sich für ihr Probeschießen vor. Andreas Mayer spulte souverän seinen Wettkampf ab und konnte sein Leistungsvermögen abrufen. Was bei einer Deutschen Meisterschaft, vor allem weil dies seine erste Teilnahme war, nicht immer selbstverständlich ist. Sehr viele konnten mit dieser Situation nicht entsprechend umgehen und brachen dann ein. Andreas war klar, dass er nach ganz vorne noch nicht mithalten konnte, war jedoch von seiner persönlichen Bestleistung nicht weit entfernt. Er belegte schließlich mit 43 Treffern einen ausgezeichneten 31. Platz und so waren er, als auch der Trainerstab vollends mit seiner Leistung zufrieden. Ein Negativbeispiel wie es auch in die Hose gehen kann, spielte sich genau einen Stand neben ihm ab. Diesem Mitstreiter unterliefen drei eklatante Fehler, was schließlich dazu führte, dass er seinen letzten Durchgang nicht mehr absolvierte. Die Enttäuschung und Anspannung waren einfach zu groß und unter Tränen ließ er diesen Durchgang verstreichen.

Der Wettkampf von Andreas war zwar zu Ende, doch es fehlten noch drei Rotten mit insgesamt 31 Startern und so wurden erstmal mit einem guten Mittagessen die Kraftreserven aufgefüllt. Denn noch war der Tag für die Gleißenberger Schützen nicht zu Ende. Am späten Nachmittag stand ja noch die Endrunde des Shooty Cups mit Beteiligung einer Gleißenberger Luftpistolenmannschaft an.

letzte Kontrolle vor dem Wettkampf  


volle Konzentration kurz vor dem Wettkampf



Shooty Cup

Die Teilnehmer des Shooty Cups trafen sich am Stand der Deutschen Schützenjugend, um sich anzumelden, die Startkarten und T-Shirts des Sponsors zu erhalten und um von jeder Mannschaft ein Foto zu fertigen. Die Fotos wurden später für die Vorstellung bei Beginn des Wettkampfs benötigt. Zusätzlich füllte jeder noch eine Startkarte aus, auf der er sich vorstellen konnte (Heimatverein, Hobbys, Alter, usw.). Im Anschluss mussten die Bilder und die Texte für die Präsentation vorbereitet werden und die Schützen belegten die Stände. Beim Belegen der Stände spulte jeder Schütze sein Vorbereitungsritual ab. Egal ob des Bereitlegens des Sportgeräts, der Munition, seiner persönlichen Ausrüstungsgegenstände, von Getränken oder was der jeweilige Schütze sonst noch benötigte, alles wurde akribisch vorbereitet. Schließlich war es soweit, alle Teilnehmer versammelten sich vor der Halle, um dann gemeinsam in die Halle einzuziehen. Mittlerweile sorgte der Moderator für Stimmung in der Halle. Die Zuschauer, Trainer, Betreuer, Vereinsmitglieder und Familienangehörige gingen auf die Animation des Moderators ein und es wurde kräftig Rabatz gemacht. Egal ob Ratschen, Schlaginstrumente oder auch kräftige verbale Unterstützung, es wurde mächtig Stimmung entfacht. Die Zuschauer waren heiß und die Teilnehmer fieberten ihrem Wettkampf entgegen. Angeführt vom Shooty, dem Maskottchen der Deutschen Schützenjugend, zogen die Mannschaften mit der passenden Musik in die Halle ein. Beim Einmarsch wurde nun jede Mannschaft und die einzelnen Schützen vorgestellt. Den Oberpfälzer Schützenbund vertraten die Luftgewehrschützen Miriam Herrmann und Paul Rumpler vom "Schützenverein Tannenzweig Sollbach", Gau Bruck, sowie die Luftpistolenschützen Michael Berg und Andreas Köppl vom "Schützenverein 1911 Gleißenberg e.V.", Gau Furth im Wald. Die Halle bebte, die Anspannung stieg und einigen der Nachwuchstalente war die Aufregung förmlich ins Gesicht gemeißelt. Die Stände wurden eingenommen und das Probeschießen begann. Wobei der Moderator die Zuschauer dazu animierte bei jeder "Zehn" der Gewehrschützen und bei jeder "Neun" oder "Zehn" der Pistolenschützen kräftig Feuer zu machen. Die Stimmung dieser Sportveranstaltung war durchaus einem Bundesligakampf im Schießen ebenbürtig. Jeder Teilnehmer hatte 20 Schuss zu absolvieren und diese 20 Schuss konnten angesichts dieser nervlichen Belastung lange werden. Fast alle blieben unter diesen Bedingungen unter ihren gewohnten Leistungen. Doch ihre Ergebnisse konnten sich immer noch sehen lassen. Es ist halt was anderes einen "normalen" Wettkampf zu absolvieren, oder beim Shooty Cup unter tosendem Applaus anzutreten. Die besten 8 Mannschaften der 20 Landesverbände qualifizierten sich dann für das Finale, welches von Spitzenschützen des Deutschen Schützenbundes ausgeführt wurde. Hier hatten die Oberpfälzer dann leider das Nachsehen. Drei Ringe fehlten ihnen schließlich um das Finale zu erreichen. Mit drei Ringen Rückstand belegten sie am Ende den neunten Platz. Aber trotz allem war es ein sehr guter Wettkampf der Oberpfälzer Mannschaft. Für das Finale standen nun mit Christian Reitz, amtierender Olympiasieger mit der Schnellfeuerpistole, die Silbermedaillengewinnern Monika Karsch, Olympiateilnehmer Oliver Geis, Selina Gschwandtner und Michael Janker bereit. Und der Rest? Alles absolute Top-Athleten, eigentlich das „Who is Who“ des deutschen Schießsports: Die Gewehrschützen Maximilian Dallinger, Lisa Müller, Mario Nittel, Silvia Rachl, Nicolas Schallenberger und Isabella Straub warteten ebenso darauf, welchem Landesverband sie zugelost werden würden, wie die Luftpistolenschützen Sandra Hornung, Aaron Sauter, Michael Heise, Uwe Potteck und Munkhbayar Dorjsuren. Auch hier herrschte eine Wahnsinns Stimmung und die Zuschauer bejubelten wie zuvor jede "Zehn" frenetisch. Am Ende gewann dann der Sächsische Schützen­bund mit 347,2 Ringen vor dem Württembergischen Schützenverband mit 345,6 Ringen. Den dritten Platz konnte der Hessische Schützenverband aus dem Vorkampf mit 345,6 Ringen verteidigen. Lediglich 0,1 Ringe betrug hier der Vorsprung vor dem Landesschützenverband Mecklenburg Vorpommern. Nach dem Wettkampf nutzten die Jungschützen die Gelegenheit, um sich noch die Autogramme der Spitzenschützen zu sichern. Auch manch Erinnerungsfoto wurde dabei geschossen. Für alle Teilnehmer und Zuschauer war dieser Tag ein unvergessliches Erlebnis. Ausgestattet mit Autogrammen, Unterschriften auf Postern, Erinnerungsfotos und unglaublichen Eindrücken machten sich die Gruppe auf den Heimweg.

 

Abordnung vom Schützenverein 1911 Gleißenberg

Pistolenschützen Gleißenbergs beim Shooty Cup

Shooty Team vom Oberpfälzer Schützenbund

 

 

 

Shooty Cup Zuschauer

Finale der Spitzenschützen beim Shooty Cup


 

 

ein unglaubliches Finalergebnis von Isabella Straub mit insgesamt 105.8 Ringen und drei perfekten Schüssen von 10,9


Monika Karsch (Silbermedaillengewinnerin von Rio) und Andreas Mayer


Gleißenberger Schützen fahren zu den Deutschen Meisterschaften

Andreas Mayer und Kuno Eckhardt konnten sich bei den Bayerischen Meisterschaften des Oberpfälzer Schützenbundes für die Deutschen Meisterschaften qualifizieren. Am Donnerstag startet Andreas Mayer in der Disziplin Mehrschüssige Luftpistole (Jugendklasse) in München-Hochbrück auf der altehrwürdigen Olympiaschießanlage. Für die Schützen, gerade im Nachwuchsbereich, ist dies ein absolutes Highlight sich für diese Meisterschaft qualifizieren zu können. Obwohl sehr viele vom Leistungsvermögen in der Lage wären sich für den Jahreshöhepunkt zu qualifizieren, kommt es am Tag der Landesmeisterschaften eben darauf an, dass einfach alles passt. Egal ob Leistungsvermögen, Nerven, Einstellung, einfach ein guter Tag oder manchmal auch nur ein kleines bisserl Glück, dies alles ist erforderlich um die Hürde der Qualifikation zu meistern. Andreas Mayer hatte genau so einen Tag und konnte sich mit weiteren 40 anderen aus ganz Deutschland seiner Altersgruppe in dieser Disziplin durchsetzen.

Kuno Eckhardt konnte sich in seiner Altersklasse der Disziplin Luftpistole Auflage ebenfalls für die Deutschen Meisterschaften qualifizieren. Dieser Wettbewerb findet allerdings erst am 08.10.16 in Hannover statt. Für diesen Wettbewerb wurden insgesamt 39 Starter eingeladen. Kuno Eckhardt ist zwar ein alter Hase mit zig Jahren Erfahrung als Trainer und als Schütze, doch auch für ihn ist so eine Teilnahme etwas Besondere. Beide Gleißenberger Schützen freuen sich auf ihren Wettkampf und haben sich intensiv darauf vorbereitet.

Shooty-Cup

Im Rahmen der Deutschen Meisterschaften wird auch jedes Jahr der Nachwuchswettbewerb „Shooty-Cup“ ausgetragen. Dieser Wettbewerb ist nur für die Altersgruppe Schüler in den Disziplinen Luftpistole und Luftgewehr. Die jeweils beste Mannschaft eines jeden Landesverbandes tritt zum Endkampf im Rahmen der Deutschen Meisterschaften an den Start. In diesem Jahr qualifizierte sich die Luftpistolen Mannschaft des Schützenvereins 1911 Gleißenberg für diesen Wettbewerb und startet ebenfalls am Donnerstag in München. Der Wettkampfmodus und der Ablauf kann von der Spannung her gesehen werden jederzeit mit einem Bundesligawettkampf mithalten. Bedenkt man, dass diese Nachwuchsschützen höchstens 14 Jahre alt sein dürfen, dann ist dies gerade für diese jungen Nachwuchsschützen eine immens hohe psychische Belastung.


Andreas Mayer bei der Bayerischen Meisterschaft

Kuno Eckhardt bei der Bayerischen Meisterschaft

Mannschaft beim Shooty-Cup nach dem Ausscheidungskampf in Pfreimd